Fair Trade?

Wir möchten euch Produkte anbieten, für die möglichst keine Lebewesen ausgebeutet werden. Daher achten wir darauf, dass unsere Waren nicht nur vegan sind, sondern auch unter fairen Bedingungen erzeugt werden.

Dabei sind wir uns darüber im Klaren, das Fairer Handel in das kapitalistische System eingebunden ist. Wir denken aber auch, dass es dennoch vertretbarer ist, wenn Menschen für ihre Arbeit vergleichsweise besser bezahlt werden, sie nicht daran gehindert werden, sich zu organisieren und gewisse Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden - auch wenn der generelle Rahmen zu kritisieren ist. Welche Standards für unsere Produkte gelten, möchten wir euch kurz darlegen:

Kleidung

Unsere Textilien werden von der Continental Clothing Company aus Großbritannien hergestellt. Alle ihre Kleidungsstücke sind von der Fair Wear Foundation (FWF) zertifiziert. Die Fair Wear Foundation ist eine aus den Niederlanden stammende non-profit Multi-Stakeholder-Initiative (MSI) mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie in den Produktionsländern zu verbessern. Unter einer Multi-Stakeholder-Initiative versteht man eine Organisation, die sich aus Unternehmen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorgansiationen (NRO) zusammensetzt. Unternehmen, die der FWF beitreten, akzeptieren mit ihrem Beitritt den FWF Verhaltenskodex (englisch) und verpflichten sich, diesen auch bei ihren Lieferant_innen durchzusetzen. Der FWF Verhaltenskodex richtet sich nach den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem Verhaltenskodex der Clean Clothes Campaign (CCC).

Die ILO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit dem Ziel, Menschen- und Arbeitsrechte sowie soziale Gerechtigkeit zu befördern. Die Kernarbeitsnormen basieren auf vier Grundprinzipien: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit sowie Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Die Kernarbeitsnormen sind auch Bestandteil des Verhaltenskodex der CCC. Außerdem sind Mindestnormen zu Löhnen und Arbeitszeit sowie zu Arbeitsbedingungen enthalten. Wesentlich ist, dass diese Forderungen sich auch auf Auftragnehmer_innen der Unterzeichner_innen erstrecken sollen und die Einhaltung darüber hinaus von externer Stelle überprüft wird.

Die Umsetzung des FWF Verhaltenskodex wird als gemeinsamer Prozess der FWF und der Unternehmen gesehen. Beim Eintritt können also auch Missstände in den Fabriken bestehen, die beseitigt werden müssen. Die FWF veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Reports (englisch) über die unterschiedlichen Unternehmen. Außerdem kooperiert sie in den Produktionsländern mit lokalen Akteur_innen (Arbeitgeber_innenverbänden/Gewerkschaften/NROs) und entwickelt ein Beschwerdesystem. Die Unternehmen müssen ihre Produktion selbst überprüfen (internes Monitoring) und werden zusätzlich von der FWF kontrolliert (externe Verifizierung). Im Gegensatz zu anderen Siegeln, die nur die Herstellung eines spezifischen Produktes eines Unternehmens zertifizieren (z. B. Transfair), müssen bei der FWF alle Produkte eines Unternehmens zertifiziert werden.

Eine Schwachstelle der FWF-Zertifizierung ist bislang die unzureichende Berücksichtigung der Zulieferfirmen (alle Vorstufen der Baumwollherstellung und -verarbeitung). Auf diesem Feld werden derzeit Pilotprojekte durchgeführt:

Schuhe

Den Großteil der von uns verkauften Schuhe beziehen wir von Vegetarian Shoes. Vegetarian Shoes ist ein englischer Betrieb und lässt seine Schuhe in europäischen Fabriken produzieren (z. B. in Portugal und Polen). Der Begriff „Fairer Handel“ bezieht sich jedoch nur auf Handelsbeziehungen mit sogenannten Entwicklungsländern.

Schokolade

Die von uns angebotenen Schokoladenprodukte stammen zu 100% aus fairer Produktion. Transfair e. V. ist eine der größten Zertifizierungsorganisationen. Um das Siegel zu erhalten, müssen folgende Bedinungen beim Anbau von Kakao gewährleistet sein:

  • Eine Fairtrade-Prämie muss den Produzenten zusätzlich zum Mindestpreis gezahlt werden. Diese Prämie wird von den Produzentenorganisationen dazu verwendet Gemeinschaftsprojekte zu finanzieren – zum Beispiel den Bau einer Schule.
  • Umweltstandards begrenzen den Einsatz von Agro-Chemikalien und unterstützen die Landwirt_innen bei einer nachhaltigen Produktion.
  • Die Produzent_innen erhalten auf Wunsch eine Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises.
  • Verbot von Zwangsarbeit und illegaler Kinderarbeit.

Mehr Infos: www.fairtrade-deutschland.de

Ist fair gleich fair?

Viele große Textilproduzent_innen haben eigene Label eingeführt oder beschäftigen externe Prüfungsgesellschaften mit denen sie für faire Arbeitsbedingungen werben. Jedoch gibt es gravierende Unterschiede zwischen den selbst auferlegten Verhaltenskodizes und der tatsächlichen Umsetzung. So wird etwa Fruit of the Loom von der Cal Safety Compliance Corp (CSCC) kontrolliert - allerdings wird die CSCC dafür von Fruit of the Loom bezahlt, und die Kontrolle schließt keine lokalen oder externen Gewerkschaften oder NROs mit ein. Viele NROs kritisieren die CSCC desweiteren für ihre mangelnde Transparenz, ihren Status als Unternehmen und besonders den Fakt, dass sie, wie bei Fruit of the Loom, von den Unternehmen finanziert werden, die sie kontrollieren sollen.

Wie fair ist fair?

Ein Knackpunkt ist die Frage, wie hoch ein existenzsichernder Lohn ist und ob eine Existenzsicherung eine gerechte und ausreichende Bezahlung darstellt. 2007 hat die FWF eine „Lohnleiter“ entwickelt. Die gezahlten Löhne der Lieferant_innen werden nach diesem System je nach Land unterschiedlich nach Armutsgrenze, Mindest- und fairen Löhnen und guten Beispielen anderer Unternehmen eingestuft und sollen sich Schritt für Schritt der höchsten Stufe annähern. Die FWF und deren sozialer Kodex unterscheiden sich in der Zusammenarbeit mit NROs (u. a. der Kampagne für saubere Kleidung), der Umsetzungsverpflichtung für die Unternehmen und den externen Kontrollen von anderen Sozialstandards.

The Wage ladder (englisch)

Links, Literatur und Filme zu dem Thema:

Dagongmei (Buch) - Pun Ngai und Li Wanwei

Der Kleiderhaken (DVD) - Zwischenzeit e.V.

Kampagne für Saubere Kleidung - www.saubere-kleidung.de

Fairwear Foundation - www.fairwear.org